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TYPO3 vs. WordPress: Vergleich, Wechsel und Alternativen
Für die meisten Unternehmens-Websites passt WordPress. TYPO3 lohnt sich, sobald Sprachen, Standorte und eine Redaktion dazukommen. Läuft bei dir schon ein TYPO3, erfährst du hier, wie lange deine Version noch Updates bekommt und wann sich ein Wechsel lohnt.
Hinter der Frage „WordPress oder TYPO3?“ steckt oft eine zweite: Mein TYPO3 ist in die Jahre gekommen, soll ich upgraden oder wechseln? Ich beantworte hier beides. Für den aktuellen Support-Stand deiner Version spring direkt zu TYPO3-Versionen, LTS und Updates.
Kurz zu mir: TYPO3 ist das System, mit dem ich am längsten arbeite, seit Version 4.5. Daneben baue ich seit vielen Jahren mit WordPress, je nach Projekt auch mit Contao, Joomla, Grav oder MODX. Wo kein fertiges System passt, entwickle ich individuelle Lösungen. Welches System ich empfehle, entscheidet dein Vorhaben. Oft fällt die Wahl dann auf WordPress.
Die wichtigere Frage kommt vor der CMS-Frage
WordPress ist schneller startklar, im Einstieg günstiger und für Laien leicht zu pflegen. TYPO3 passt, sobald Mehrsprachigkeit, mehrere Auftritte oder klar geregelte Rechte und Freigaben gefordert sind. Welche der beiden Welten deine ist, klären drei Fragen. Die stelle ich in jedem Erstgespräch, bevor ein Systemname fällt:
- Was soll die Website leisten? Visitenkarte, Anfragen-Lieferant, Portal für mehrere Standorte oder mehrsprachiger Auftritt für mehrere Länder.
- Wer pflegt sie? Du selbst zwischen zwei Terminen, ein kleines Team oder eine Redaktion mit Freigabeprozessen.
- Wo steht das Projekt in fünf Jahren? Bleibt die Seite, wie sie ist, oder kommen Standorte, Sprachen und Marken dazu?
Wer die Reihenfolge umdreht und erst das System wählt, zahlt später drauf. Entweder mit einem System, das für den Zweck zu groß ist und deshalb niemand gern bedient. Oder mit einem, das nach zwei Jahren an seine Grenzen stößt.
Ist TYPO3 noch zeitgemäß?
Ja. TYPO3 ist heute technisch moderner als sein Ruf. Der Ruf stammt oft aus einer Zeit, in der das Backend sperrig war und Installationen per Hand zusammengesteckt wurden. Mit dem aktuellen TYPO3 hat das wenig zu tun.
TYPO3 wird aktiv weiterentwickelt, in einem festen Rhythmus. Jede Long-Term-Support-Version (LTS) bekommt einen öffentlich angekündigten Support-Zeitraum, du weißt also vorher, wie lange deine Version Sicherheitsupdates bekommt. Hinter dem System stehen die nicht gewinnorientierte TYPO3 Association und ihre hundertprozentige Tochter, die TYPO3 GmbH. Dazu gehören ein eigenes Security-Team, offizielle Schulungen und Zertifizierungen. TYPO3 hängt also nicht an einer Einzelperson oder einem einzelnen Hersteller.
Auch unter der Haube hat sich viel getan. Installiert und aktualisiert wird TYPO3 heute in der Regel über Composer, wie andere moderne PHP-Anwendungen. Erweiterungen, Abhängigkeiten und Versionen bleiben damit nachvollziehbar. Die Redaktionsoberfläche wurde über mehrere Versionen gründlich überarbeitet. Wer zuletzt ein TYPO3 von vor zehn Jahren gesehen hat, erkennt es kaum wieder. Geblieben ist die Stärke, für die man TYPO3 wählt: Seitenbaum, Inhaltselemente, Sprachen und Rechte sind fest im Kern verankert. Genau das macht es bei großen Auftritten verlässlich.
Es gibt aber Fälle, in denen TYPO3 für dich nicht mehr passt. Etwa wenn deine Website auf wenige Seiten geschrumpft ist, eine Person sie nebenbei pflegt und keine der typischen TYPO3-Stärken mehr gebraucht wird. Oder wenn deine Installation seit vielen Versionen nicht angefasst wurde und ein Upgrade fast einem Neuaufbau gleichkommt. Dann lohnt sich die Frage, ob ein schlankeres System besser passt.
TYPO3-Versionen, LTS und Updates: wo deine Seite steht
Wer eine ältere TYPO3-Seite betreibt, braucht zuerst einen Überblick über den Support-Stand. Die Tabelle zeigt die relevanten Versionen.
| Version | Status | Kostenlos bis | ELTS bis |
|---|---|---|---|
| TYPO3 14 LTS (14.3) | Aktuelle LTS seit 21. April 2026, empfohlen für neue Projekte | 30. Juni 2029 | 30. Juni 2032 |
| TYPO3 13 LTS (13.4) | Vorgänger-LTS für bestehende Projekte | Ende 2027 | 31. Dezember 2030 |
| TYPO3 12 LTS (12.4) | Kostenloser Support beendet | 30. April 2026 | höchstens 30. April 2030 |
| TYPO3 11 LTS (11.5) | Kostenloser Support beendet | 31. Oktober 2024 | höchstens 31. Oktober 2028 |
Stand der Tabelle ist der 1. Oktober 2026, die Daten stammen von get.typo3.org und typo3.com (Roadmap, Maintenance Releases, ELTS). Für TYPO3 13 nennen die offiziellen Seiten mal Oktober, mal Dezember 2027, deshalb steht dort „Ende 2027“. Bei TYPO3 11 und 12 enthält das ELTS-Datum ein viertes Jahr, das laut TYPO3 nur offiziellen TYPO3-Partnern offensteht. Für alle anderen endet ELTS dort ein Jahr früher. Für TYPO3 13 und 14 nennt get.typo3.org bisher ein ELTS-Ende drei Jahre nach dem kostenlosen Support. Da sich die Daten mit jeder neuen Version verschieben, lohnt vor einer Entscheidung ein zweiter Blick auf get.typo3.org.
Eine neue LTS-Version erscheint ungefähr alle anderthalb Jahre. Laut get.typo3.org gibt es pro LTS-Version drei Jahre kostenlosen Support durch das Core-Team und die Community. Danach verlängert die TYPO3 GmbH kostenpflichtig über ELTS, in der Regel um bis zu drei Jahre, ein viertes Jahr steht nur offiziellen TYPO3-Partnern offen. Laut TYPO3-Roadmap kommen in den ersten rund anderthalb Jahren Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates (bei TYPO3 14 bis Dezember 2027), danach bis zum Ende des kostenlosen Supports nur noch Sicherheits- und kritische Korrekturen.
ELTS steht für Extended Long Term Support und wird von der TYPO3 GmbH angeboten. Es liefert nach dem Ende des kostenlosen Supports weiter Sicherheitsupdates und verschafft dir Zeit für ein geplantes Upgrade. Als Dauerzustand ist es nicht gedacht.
Update oder Upgrade: der Unterschied
Ein Update bleibt innerhalb einer Hauptversion, etwa von 13.4.34 auf 13.4.35. Das ist Routine, geht schnell und sollte regelmäßig passieren. Ein Upgrade ist der Sprung auf eine neue Hauptversion, zum Beispiel von 13 auf 14. Dabei ändern sich Schnittstellen, Erweiterungen müssen mitziehen und Templates brauchen Anpassungen. Ein Upgrade ist ein kleines Projekt.
Wie ein Upgrade über mehrere LTS-Versionen abläuft
Liegt eine Seite mehrere Versionen zurück, hebe ich sie Stufe für Stufe über die LTS-Versionen an, jede Stufe auf einer Kopie und mit Tests danach. TYPO3 bringt dafür eigene Werkzeuge mit: Upgrade-Assistenten, die Daten und Einstellungen auf die neue Version heben, und einen Extension-Scanner, der veralteten Code in Erweiterungen findet. Die Live-Seite läuft währenddessen ungestört weiter. Wie das im Detail aussieht, steht bei meinem TYPO3-Update und -Upgrade in Etappen.
Läuft bei dir TYPO3 12 oder älter (auch 9 oder 10, die in der Tabelle gar nicht mehr auftauchen), lohnt es sich, das Upgrade zu planen, solange du den Zeitpunkt noch selbst wählen kannst. Schreib mir, welche TYPO3-Version bei dir läuft. Die Erweiterungen schauen wir uns gemeinsam an, falls du sie nicht parat hast. Du bekommst eine Einschätzung zurück, wie viele Upgrade-Stufen bis zur aktuellen LTS vor dir liegen und wo es haken kann: Upgrade-Einschätzung anfragen.
Die Stärken von WordPress
WordPress ist das pragmatische System, und für viele Websites ist genau das richtig. Ein sauber aufgesetztes WordPress-Projekt ist meist früher online als ein vergleichbares TYPO3-Projekt.
Pflegen kannst du es selbst. Text ändern, Bild tauschen, Beitrag veröffentlichen: Das schaffst du nach einer kurzen Einführung allein. Für Einzelunternehmer und kleine Teams ohne eigene IT ist das ein starkes Argument. Dazu kommt das riesige Ökosystem. Für fast jede Funktion gibt es eine Erweiterung, und wenn du mal jemand Neues für die Betreuung brauchst, findest du ihn schnell. Weil der Grundaufbau einfacher ist, bleibt außerdem mehr Budget für Design und gute Texte.
Der Ruf von WordPress als „langsam und unsicher“ hat einen Grund, und der liegt selten im System selbst. Ein gekauftes Theme mit vierzig Plugins, von denen die Hälfte niemand aktualisiert, wird zwangsläufig langsam und angreifbar. Mit einem eigenen, schlanken Theme und wenigen ausgewählten Plugins passiert das gar nicht erst. So baue ich in der WordPress-Entwicklung. Warum ein eigenes Theme den Unterschied macht, steht im Artikel Eigenes Theme statt Baukasten.
Die Stärken von TYPO3
TYPO3 spielt seine Stärken aus, sobald dein Vorhaben bestimmte Anforderungen mitbringt. Die Größe der Website allein entscheidet das selten.
Mehrsprachigkeit und mehrere Auftritte sind eingebaut. Drei Länderseiten in vier Sprachen aus einem System, mit geteilten Inhalten und zentraler Pflege: Dafür ist TYPO3 gebaut. In WordPress geht das auch, allerdings über Erweiterungen, die du sauber konfigurieren und pflegen musst.
Rechte und Freigaben lassen sich fein regeln. Die Praktikantin legt News an, veröffentlicht sie aber nicht. Der Standortleiter sieht nur seine Seiten. Die Freigabe läuft über die Marketingleitung. Solche Strukturen bildet TYPO3 sauber ab, und Redaktion und Technik bleiben getrennt.
Updates lassen sich lange im Voraus planen. Durch die LTS-Zyklen weißt du Jahre vorher, wann ein Upgrade ansteht. Für Organisationen, die ihre Website als Infrastruktur betreiben, ist das viel wert.
Dafür ist der Aufbau aufwendiger und der Einstieg teurer. Für eine Website mit fünf Seiten ohne besondere Anforderungen ist das, als würdest du das Fundament für ein Bürogebäude gießen, um eine Gartenhütte daraufzustellen. Sind die Anforderungen dagegen da, zahlt sich der Aufwand über Jahre aus. Wie ich solche Projekte aufsetze, steht auf meiner Seite als TYPO3-Freelancer.
TYPO3 vs. WordPress im direkten Vergleich
| Kriterium | WordPress | TYPO3 |
|---|---|---|
| Start bis zum Livegang | Schneller | Aufwendigerer Aufbau |
| Einstiegskosten | Niedriger | Höher |
| Pflege durch Laien | Sehr einfach, kaum Einarbeitung | Gut, braucht eine Einführung |
| Mehrsprachigkeit | Über Erweiterungen | Im Kern eingebaut |
| Mehrere Auftritte (Multisite) | Möglich, mit Grenzen | Im Kern vorgesehen |
| Rechte und Freigaben | Grundfunktionen | Fein regelbar, redaktionstauglich |
| SEO-Grundlagen | Sehr gut über etablierte Plugins | Sehr gut über Kern und offizielle SEO-Erweiterung (sprechende URLs, hreflang) |
| Erweiterungen | Riesige Auswahl, Qualität schwankt | Kleinere Auswahl, stärker auf Agenturen und Entwickler ausgerichtet |
| Versionen und Updates | Laufende Updates in kleinen Schritten | Feste LTS-Zyklen mit angekündigtem Support-Ende |
| Aufwand bei Systemwechsel | Wechsel zu TYPO3 heißt meist, die Struktur neu aufzubauen | Wechsel zu WordPress heißt, die Struktur zu vereinfachen und neu abzubilden |
| Typisches Einsatzfeld | Die meisten Unternehmens-Websites | Mehrsprachige, mehrteilige Auftritte mit Redaktion |
Unterm Strich ist WordPress schneller fertig und leichter selbst zu pflegen. TYPO3 lohnt sich, wenn mehrere Sprachen, Standorte oder eine Redaktion dazukommen.
Von TYPO3 zu WordPress wechseln: Ablauf und Risiken
Der Wechsel von TYPO3 zu WordPress ist dann sinnvoll, wenn deine Website über die Jahre einfacher geworden ist als das System, auf dem sie läuft. In Projekten sehe ich das häufig bei Organisationen, die früher mehrere Sprachen oder Standorte hatten und heute nur noch einen schlanken Auftritt brauchen.
Eine Migration ist wie ein Umzug. Mitgenommen wird nur, was du am neuen Ort noch brauchst. So läuft sie ab:
- Bestandsaufnahme. Welche Seiten, Inhaltselemente, Erweiterungen und Sprachen gibt es? Was davon wird noch gebraucht? Alles, was niemand vermisst, bleibt zurück.
- Inhaltsmodell abbilden. Der TYPO3-Seitenbaum, die Inhaltselemente und die Sprachversionen brauchen in WordPress eine Entsprechung: Seiten, Beitragstypen, Blöcke und eine Lösung für Mehrsprachigkeit.
- Erweiterungen ersetzen. Für jede TYPO3-Extension wird entschieden: Plugin, eigene Umsetzung oder weglassen. Hier entscheidet sich, ob das neue System schlank bleibt.
- Weiterleitungen planen. Jede alte URL mit Besuchern, Links oder Rankings bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Adresse. Für Seiten ohne Nachfolger wird bewusst entschieden. Ohne diese Liste verliert Google die Spur deiner Seiten. Wie ich das absichere, steht unter TYPO3-Migration ohne Ranking-Verlust.
- Inhalte übernehmen. Texte, Bilder und Dateien werden übertragen, geprüft und dort nachgearbeitet, wo das Format nicht passt.
- Testumgebung. Die neue Seite läuft komplett auf einer Kopie. Du prüfst in Ruhe, bevor irgendetwas live geht.
- Umschalten und beobachten. Nach dem Livegang behalte ich Fehlerseiten, Weiterleitungen und Positionen im Blick, damit eine fehlende Weiterleitung auffällt, bevor sie dich Anfragen kostet.
Vier Risiken solltest du vorher kennen:
- Rankingverlust durch fehlende oder falsche 301-Weiterleitungen. In übernommenen Projekten ist das der Fehler, der am meisten kostet.
- Verlorene Strukturen. Mehrsprachigkeit, Rechte und Freigaben aus TYPO3 lassen sich in WordPress nachbauen, aber nicht eins zu eins. Wer das nicht vorher klärt, merkt es nach dem Livegang.
- Plugin-Wildwuchs. Wer jede TYPO3-Funktion durch ein eigenes Plugin ersetzt, bekommt genau das WordPress, das später langsam und anfällig wird.
- Unterschätzte Inhaltsmigration. Jahrelang gewachsene Inhalte mit verschachtelten Elementen lassen sich selten vollständig automatisch übertragen. Deshalb gehört die Inhaltsübernahme in den Plan und nicht ans Ende.
Brauchst du Mehrsprachigkeit, mehrere Auftritte oder Freigaben weiterhin, lohnt sich der Wechsel meist nicht. Du baust in WordPress dann mühsam nach, was TYPO3 schon kann, und ein Upgrade auf eine aktuelle LTS-Version ist die bessere Wahl. Oft steckt hinter dem Wunsch nach einem Wechsel auch nur Frust über eine veraltete, schlecht gepflegte Installation. Den löst ein sauberes Upgrade genauso. Ob bei dir Upgrade oder Wechsel der kürzere Weg ist, zeigt ein Blick auf die Installation. Lass uns draufschauen.
Und umgekehrt: von WordPress zu TYPO3
Der Weg in die andere Richtung kommt seltener vor, ist aber ebenso berechtigt. Typischer Auslöser: Eine WordPress-Seite ist gewachsen, neue Sprachen, Marken oder Redakteure kamen dazu, und alles wurde über Plugins angebaut. Irgendwann ist jedes Update ein Risiko, weil niemand mehr genau weiß, welches Plugin was tut. Der Ablauf ist derselbe wie oben: Bestandsaufnahme, Inhaltsmodell, Weiterleitungen, Testumgebung. Nur fällt die Arbeit am Inhaltsmodell größer aus, weil TYPO3 mehr Struktur verlangt. Die zahlt sich später bei der Pflege aus.
TYPO3-Alternativen: wann weder TYPO3 noch WordPress passt
Wer nach einer TYPO3-Alternative sucht, landet schnell bei WordPress. Es gibt aber Vorhaben, für die keins der beiden Systeme die naheliegende Wahl ist.
Drupal, Magnolia oder Pimcore statt TYPO3?
Diese drei tauchen in Vergleichen mit TYPO3 regelmäßig auf. Drupal ist wie TYPO3 ein Open-Source-System für strukturierte, große Auftritte. Magnolia basiert auf Java und kommt vor allem im Konzernumfeld vor. Pimcore verbindet die Website mit der Verwaltung von Produktdaten und Medien und lohnt sich deshalb vor allem dort, wo viele Produktinformationen auf mehreren Kanälen ausgespielt werden. Ob eines davon für dich passt, hängt an denselben Fragen wie immer: Was muss das System leisten, und wer betreibt es danach?
Shopsystem oder eigene Anwendung statt CMS
Ein Shop, der Blog und Inhalte ergänzt, passt gut ins CMS, in WordPress etwa mit WooCommerce. Ein großer Onlineshop mit umfangreichem Sortiment gehört dagegen auf ein eigenes Shopsystem wie Shopware. Mehr dazu auf meiner Seite zum Onlineshop. Eine individuelle Web-Anwendung wie ein Kundenportal, ein Konfigurator oder ein internes Werkzeug ist mit einer eigenen Entwicklung oft besser bedient als mit einem CMS, das man dafür verbiegen muss.
Arbeitest du bereits mit Joomla, Contao oder einem älteren MODX, ist das noch kein Grund für einen Neubau. Oft ist die vorhandene Basis besser als ihr Ruf und lässt sich gut weiterbetreuen. Diese drei sind, wie WordPress und TYPO3, Open Source unter GPL bzw. LGPL. Für das System selbst zahlst du keine Lizenz, und das Nutzungsrecht an deiner Version kann dir niemand nachträglich entziehen. Einen Überblick, was ich in welchem Fall einsetze, findest du bei meinen Leistungen.
Entscheidungshilfe: Welches CMS passt zu deinem Vorhaben?
WordPress passt, wenn du dich hier wiedererkennst:
- Du brauchst eine Unternehmens-Website mit klarer Struktur: Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt, vielleicht ein Blog.
- Du oder ein kleines Team pflegt die Inhalte selbst, ohne lange Einarbeitung.
- Eine Sprache, ein Auftritt, höchstens eine zweite Sprache ohne komplexe Anforderungen.
- Das Budget soll ins Sichtbare fließen: Design, Texte, Fotos.
TYPO3 passt, wenn das eher deine Welt ist:
- Mehrere Standorte, Marken oder Länder sollen aus einem System bespielt werden.
- Mehrsprachigkeit ist eine Kernanforderung.
- Mehrere Personen pflegen Inhalte, und nicht jede soll alles dürfen.
- Die Website ist auf viele Jahre angelegt und soll strukturiert mitwachsen.
- Es gibt Schnittstellen zu anderen Systemen wie Produktdatenbank, CRM oder Intranet.
Trifft aus beiden Listen etwas auf dich zu, lautet die Grenzfrage: Wächst die Komplexität wirklich, oder wünschst du sie dir nur? Konkrete Pläne für den zweiten Standort rechtfertigen TYPO3. Ein vages „vielleicht expandieren wir mal“ rechtfertigt es nicht. Dann ist es vernünftig, mit WordPress zu starten und später umzuziehen, wenn die Komplexität tatsächlich kommt.
Du hast schon ein TYPO3? Dann prüf zuerst, ob du die Strukturen noch brauchst, die es dir gibt. Lautet die Antwort ja, ist ein Upgrade fast immer der bessere Weg als ein Wechsel. So läuft ein TYPO3-Upgrade bei mir.
Typische Fehlentscheidungen
Drei Muster begegnen mir immer wieder, wenn ich übernommene Websites ansehe.
TYPO3, weil es professioneller klingt
Kleiner Betrieb, wenige Seiten, eine Person pflegt die Inhalte. Das System kann viel mehr, als gebraucht wird, und die Pflege kostet Überwindung. Deshalb wird die Website kaum noch angefasst, und jede Kleinigkeit läuft über den Dienstleister.
WordPress, weil es schnell gehen soll
Das Vorhaben braucht eigentlich mehr Struktur, mehrere Sprachen oder Marken, und alles wird über Plugins angebaut. Der spätere Umzug auf ein passendes System kostet dann mehr, als der passende Aufbau am Anfang gekostet hätte.
Updates aufschieben, bis es eng wird
Eine TYPO3-Seite läuft jahrelang ohne Upgrade, bis die Version aus dem kostenlosen Support fällt. Aus einem planbaren Schritt pro LTS-Wechsel wird dann ein Sprung über mehrere Versionen, der deutlich mehr Arbeit macht. Wer jeden LTS-Wechsel mitnimmt, hat es leichter.
Jedes Mal wurde das System gewählt, bevor klar war, was die Website leisten soll und wer sie pflegt.
Häufige Fragen zu WordPress und TYPO3
01 Lohnt sich TYPO3 für eine kleine Website?
Meistens nicht. Für wenige Seiten, eine Sprache und eine Person in der Pflege ist WordPress einfacher und im Einstieg günstiger. TYPO3 lohnt sich, sobald Mehrsprachigkeit, mehrere Auftritte oder Freigaben mit verschiedenen Rechten gebraucht werden.
02 Ist WordPress noch zeitgemäß?
Ja. WordPress wird laufend weiterentwickelt und ist für die meisten Unternehmens-Websites eine sehr gute Wahl. Es kommt darauf an, wie es gebaut wird: Ein schlankes, eigenes Theme mit wenigen gepflegten Plugins bleibt schnell und sicher.
03 Welches CMS ist das einfachste?
Für Laien ist WordPress das einfachere der beiden. Texte und Bilder ändern klappt nach einer kurzen Einführung. Auch TYPO3 bedienen Redakteure nach einer Einführung sicher. Upgrades und Erweiterungen laufen bei beiden Systemen am besten über einen festen technischen Ansprechpartner.
04 Wie lange werden TYPO3 12 und 13 noch unterstützt?
TYPO3 12 bekommt seit Ende April 2026 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr, über das kostenpflichtige ELTS gibt es sie höchstens bis 30. April 2030. TYPO3 13 bekommt bis Ende 2027 kostenlose Sicherheitsupdates, danach laut get.typo3.org über ELTS bis 31. Dezember 2030. Die aktuelle LTS ist TYPO3 14, mit kostenlosen Sicherheitsupdates bis 30. Juni 2029 (Stand: 1. Oktober 2026).
05 Was ist TYPO3 ELTS?
ELTS steht für Extended Long Term Support. Die TYPO3 GmbH liefert damit nach dem Ende des kostenlosen Supports einer Version weiter Sicherheitsupdates, kostenpflichtig und zeitlich begrenzt. ELTS verschafft Zeit für ein geplantes Upgrade und ist als Übergang gedacht.
06 Was ist der Unterschied zwischen TYPO3-Update und TYPO3-Upgrade?
Ein Update bleibt innerhalb einer Hauptversion und bringt Fehlerbehebungen, Sicherheitskorrekturen oder beides. Ein Upgrade hebt die Seite auf eine neue Hauptversion. Dabei müssen Erweiterungen, Templates und Konfiguration mitziehen, deshalb wird es geplant und auf einer Kopie getestet.
07 Was ist die beste Alternative zu TYPO3?
Das hängt davon ab, warum du wechseln willst. Ist deine Website einfacher geworden, ist WordPress meist die naheliegende Alternative. Brauchst du weiter große, strukturierte Auftritte, kommt Drupal in Frage. Für Produktdaten auf vielen Kanälen gibt es Pimcore, für einen großen Shop ein Shopsystem wie Shopware.
08 Kann ich von TYPO3 zu WordPress wechseln, oder umgekehrt?
Ja, beides geht. Inhalte lassen sich übertragen, Strukturen müssen neu gedacht werden. Entscheidend für deine Rankings sind 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue URL. Ob sich der Wechsel lohnt oder ein Upgrade besser passt, hängt davon ab, ob du die Strukturen von TYPO3 noch brauchst.
09 Was kostet TYPO3 im Vergleich zu WordPress?
Eine pauschale Zahl wäre unseriös, weil der Aufwand vom Vorhaben abhängt. Grundsätzlich ist TYPO3 im Aufbau aufwendiger, weil Sprachen, Rechte und Strukturen individuell eingerichtet werden. WordPress ist im Einstieg schlanker. Was dein Projekt braucht, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
10 Ist WordPress unsicherer als TYPO3?
Nicht per se. WordPress läuft laut W3Techs auf rund 40 Prozent aller Websites und ist deshalb ein lohnendes Ziel. Die bekannten Lücken stecken fast immer in Plugins und Themes, kaum im Kern: Laut Patchstack betrafen 91 Prozent der 2025 neu gemeldeten Lücken Plugins. Gefährlich wird es, wenn sie nicht aktualisiert werden. Bei TYPO3 ist es genauso: Die Updates müssen auch eingespielt werden.
11 Welches CMS ist besser für SEO?
Keines hat einen eingebauten Ranking-Vorteil. WordPress deckt die Grundlagen über etablierte Plugins ab, TYPO3 bringt sprechende URLs im Kern mit, Meta-Daten, Sitemap und hreflang über die offizielle SEO-Systemerweiterung. Rankings hängen vor allem an Inhalten, Struktur, Verlinkung und technischer Sauberkeit.
Fazit: erst die drei Fragen, dann das System
Ob du gerade zwischen WordPress und TYPO3 wählst oder vor einem alten TYPO3 sitzt und nicht weißt, ob Upgrade oder Wechsel: Die drei Fragen vom Anfang bringen dich weiter. Was soll die Website leisten, wer pflegt sie, wohin entwickelt sie sich? Schreib mir deine Antworten oder lass sie uns im kostenlosen Erstgespräch durchgehen.